Delbrücker Ortsteil Hagen

Nordhagen + Sudhagen = Hagen

Hagen liegt zwischen Delbrück, Westenholz, Mantinghausen und Boke und erstreckt sich in nord-südlicher Richtung fast über die gesamte Breite des "Delbrücker Landes" zwischen Ems und Lippe. Hagen wird durchflossen von Grube- und Haustenbach sowie dem Boker Kanal. Entsprechend der Topographie, dem höheren Landrücken im Norden und der Niederung im Süden, gliedert sich Hagen seit jeher in Nordhagen und Sudhagen.Der Delbrücker Rücken, eine eiszeitliche Endmoräne, teilt den Ortsteil Hagen(1855 ha)

in Nordhagen (459 ha) und Sudhagen (1396 ha).

Besiedelt wird dieser früher waldige Landstreifen erst in der zweiten Besiedelungsperiode, also im 12. und 13. Jahrhundert. Es ist keine Urbesiedlung, sondern eine geplante Erweiterung des kultivierten Bodens durch die Grundherren, dem Grafen von Rietberg für Nordhagen und dem Fürstbischof von Paderborn
für Sudhagen.
 
Im Jahre 1672 werden für Sudhagen 10 und für Nordhagen 13 Bauernhöfe gezählt. Zu diesen Altbauern kommen bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts 8 weitere Höfe und 21 Heuerlingsstätten.1817 zählt man 594 Einwohner mit 120 Häusern und
45 Scheunen und Ställen.
Bis 1950 steigt die Einwohnerzahl auf 1448. Heute zählt Hagen ca. 2400 Einwohner.
Eine differenzierte Zahlenangabe für Nord- und Sudhagen wird statistisch nicht erhoben. Die jeweilige Einwohnerzahl mag in etwa dem jeweiligen Flächenanteil entsprechen.
 
Nach der Auflösung des Amtes Delbrück im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 ist Hagen heute ein Stadtteil der Stadt Delbrück.
 
Trotz Industrie und Wohnansiedlung besonders in Sudhagen, wo auch in neuerer Zeit Bauplätze erschlossen wurden und werden, ist Hagen weiterhin geprägt von den weiten Feldern und den grünen Wiesen, die allerdings in der Regel nur noch von relativ wenigen Vollerwerbsbetrieben bewirtschaftet werden. Wie fast alle ländliche Gebiete musste auch Hagen einen einschneidenden Strukturwandel hinnehmen. Während in den fünfziger Jahren ein Großteil der Hagener Bevölkerung direkt und auch indirekt noch von der Landwirtschaft lebte, gibt es heute nur noch wenige Vollerwerbsbetriebe, dafür aber für hiesige Verhältnisse z. T. sehr große. Von fünf Biogasanlagen im Delbrücker Land, die den Strukturwandel in der Landwirtschaft verdeutlichen, gibt es zwei in Hagen.
 
Lange stellte die starke Hagener Holzverarbeitungsindustrie die meisten Arbeitsplätze. Mittlerweile bieten auch nicht wenige andere Industrie- und Handwerkszweige viele Arbeitsplätze in Hagen und Umgebung.
 
Sudhagen hat sich als bevorzugtes Wohngebiet entwickelt. Ein Dorfkern entsteht hier 1923/24, als neben der Schule eine Kirche errichtet und Sudhagen somit eine selbstständige Kirchengemeinde wird. Diesen Kern hat man durch Wohnsiedlungen erweitert.
1971 wird in Sudhagen der kath. Kindergarten eröffnet, zudem erhält die Gemeinde im gleichen Jahr für Sport und Feste eine große Mehrzweckhalle, in der auch die jährlichen Feste der Vereine stattfinden. Angenehm erweist es sich, dass es sowohl in Nord- als auch in Sudhagen noch ein Lebensmittelgeschäft gibt, in Sudhagen gehört zu dem Geschäft auch noch eine Bäckerei.
 
1996 wurde in Sudhagen ein zweiter, kommunaler Kindergarten eingerichtet.
In Nordhagen entwickelte sich kein Kerngebiet, es fehlt sozusagen die "Kirche im Dorf". Obwohl Nord- und Sudhagen politisch schon seit jeher zusammengehören, gehört Nordhagen auch heute noch zur Kirchengemeinde Delbrück. Deshalb ist es auch zu erklären, dass sich die Nordhagener 1977 bei der Gründung einer Schützenkompanie den Delbrückern anschlossen.
 
Anders ist es mit den „kleinen“ Nordhagenern, die gehen in der Regel in Sudhagen in den Kindergarten und in die Grundschule und im dritten Schuljahr werden sie auch in der St. Elisabethgemeinde zur ersten Heiligen Kommunion geführt.
 
Seit 2003 gibt es den Pastoralverbund Delbrück & Sudhagen, der aus der Pfarrei St. Johannes Baptist und der Pfarrvikarie St. Elisabeth Sudhagen besteht.
 
Das aktive Vereinsleben vieler Vereine in Hagen zeigt, dass man hier gut leben kann.
 
Neben der St. Heinrich Schützenbruderschaft mit der Jungschützen-abteilung sowie dem Schützenmusikzug haben die Hagener die Möglichkeit zu vielfältigen sportlichen Aktivitäten im SV DJK Sudhagen mit den Abteilungen Fußball, Tennis und Breitensport.
Die Kath. Frauengemeinschaft und auch kleineren Gruppen wie Landfrauen Nordhagen und Landfrauen Sudhagen , der landwirtschaftliche Ortsverband, das DRK und die Pfarrcaritas sind stets aktiv im Dorfleben unterwegs. Ebenso aktiv sind auch die Karnevalisten Sudhagen von 1962 e.V.
 
1977 wurde der Heimatverein Hagen (HVH) als „Dachverband“ aller Hagener Vereine gegründet, was sich bisher sehr gut bewährt hat.
 
1986/87 erbaute der HVH eine Heimathütte, die heute von allen Hagener Vereinen für gesellige Zusammenkünfte gern in Anspruch genommen wird.
 
Der Heimatverein hat im Laufe der Zeit herrliche Wanderwege angelegt, die Wanderer von nah und fern anlocken. Auch ein Netz von Radfahrwegen ist ausgebaut worden. Einige Ausflugsziele in Hagen werden auch überregional gut angenommen.
 
Meinolf Hüllmann - 14.08.2008